Exit Intent-Popups: Eigene Erfahrung, Integration und Besuchermeinung

Geschrieben am 16.09.2014 um 15:08 von

Beispiel eines Exit Intent Popups
Beispiel eines Exit Intent-Popups
Jeder wird unterschreiben, dass Popups nerven – mich auch! Irgend eine schlaue Person hat sich daher vor längerem Gedanken dazu gemacht und das Ergebnis sind Exit Intent-Popups. Im Internet findet man einige Erfahrungsberichte, die belegen, dass der Einsatz von Exit Intent Popups lohnt. Ich habe mich daher etwas umgeschaut und Ouibounce auf tech-preis.de eingebunden und damit „herumgespielt“.

Exit Intent Popup, was ist das?

Bei Exit Intent Popups handelt es sich um klassische Popups, die allerdings nicht kurz nach dem Abruf der Seite angezeigt werden, sondern wenn ein „Exit Intent“ beim Nutzer registriert wird. In der Regel wird das registriert, wenn beispielsweise der Mauszeiger über das Browserfenster hinaus geht bzw. in Richtung „Schließen-Button“ des Browsers. Der Nutzer hat die Intention die Seite zu verlassen – jetzt wird das Popup angezeigt.

Umsetzung auf der eigenen Website

Auf dem Markt gibt es kostenlose und kostenpflichte Möglichkeiten ein Exit Intent Popup umzusetzen. Bekannte Anbieter sind beispielsweise BounceExchange (> 1000 $/Monat) oder Yieldify (Preis unbekannt). Bei solchen Preisen, wird man nicht glücklich – zum Glück gibt es mittlerweile Open Source-Software auf Basis von Javascript. Wer WordPress nutzt, der findet einige interessante kostenlose Plugins, hier wären WordPress Exit Pop und wBounce zu empfehlen.
Wer ein eigenes CMS einsetzt, muss so etwas selbst einbauen – hierfür eignet sich z.B. Ouibounce, was Open Source und kostenlos ist. Es bietet interessante und gute Einstellungsmöglichkeiten. Wer sich außerdem mit Javascript bzw. jQuery auskennt, kann das Script nach eigenen Bedürfnissen anpassen.

Auf letzteres setze ich, da tech-preis.de komplett eine Eigenprogrammierung ist. Im Endeffekt muss Ouibounce eingebunden werden. Im Callback der Funktion können Funktionen zur Anzeige des Popups integriert werden.

Auf tech-preis.de sieht das ganze so aus

Auf jeder Seite, wo das Popup angezeigt werden soll, findet sich im HTML-Quelltext das folgende:

<div id="exOvLay"></div>

Dazu muss man natürlich für ansprechendes Styling mit Hilfe von CSS sorgen. Aber auch die Positionierung (position:absolute;top:150px;left:310px) ist wichtig.

Im Footer der Seite findet man dann die Ouibounce-Javascriptdatei:

<script src="/js/ouibounce.js" type="text/javascript"></script>

Drunter kann man beispielsweise folgendes einbinden:

ouibounce($('#exOvLay')[0],
{
 cookieExpire: 45,sitewide: true, timer: 5000,
 callback: function() {
  $('#exOvLay').html("Inhalt des Exit Intents - am besten den ganzen HTML-Quellcode etc. pp.");

  $('#exOvLay').position({
   of: $(window)
  });

  $('#exOvLay').show();
  ga('send', 'event', 'Exit Intent', 'Aufruf');
  
 }
});

Im Produktiveinsatz sollte das ganze etwas umfangreicher sein. Mittels jQuery/JS/HTML/CSS kann man den Inhalt des Exit Intent Popup gestalten. Nachdem der Popup angezeigt wurde, sende ich zudem ein Event an Google Analytics, um das ganze auf aufzuzeichnen.

Erfahrung auf tech-preis.de

Ich habe recht lange mit den Exit Intent-Popups experimentiert. Beispielsweise habe ich das ganze zweistufig aufgebaut:
Im ersten Schritt wird der Gast etwas gefragt, was er mit JA oder NEIN beantworten kann. Im zweiten Schritt wird ihm dann, Banner, Newsletter,… angezeigt – nachdem er auf JA geklickt hat. So steigt die Chance, dass der Nutzer das vorgeschlagene Angebot wirklich annimmt.

Das hat nicht so gut geklappt – bei 300 Aufrufen konnte ich 2 E-Mail-Adressen sammeln. Die meisten der Nutzer haben das Exit Intent Popup aktiv mitbekommen und bevor sie die Seite endgültig verlassen haben, mit dem Klick auf „X“ geschlossen. Wen wundert es – die Besucher, die ich habe, wollen zum Großteil kaufen oder sich über ein Produkt informieren. Sie wollen keine Deals per E-Mail.

Die zweite Variante: Statt einer ersten Abfrage, die mit JA/NEIN beantwortet werden kann, wurden direkt zwei Banner zu Cyberport und Notebooksbilliger angezeigt. Darüber gab es eine kurzen Hinweis auf aktuelle Angebote und Deals auf den beiden Shops. Hier war die Klickrate höher – mit 300 Aufrufen konnte ich 10 Leute dazu bringen, auf einen der Shops zu gehen. Durchaus interessantes Ergebnis.

Die dritte Variante: Neben den zwei Shops wurde darunter die Möglichkeit gegeben, sich in den Deal-Newsletter einzutragen. Über den Inputs gab es einen längeren Text. Das Ergebnis – auf 300 Aufrufe kaum Klicks, vielleicht mal einen oder zwei. Also eine deutliche Verschlechterung.

Die vierte Variante: Newsletter wurde entfernt und statt 2 Shops wurden nun 2 weitere Shops angezeigt – Redcoon und Nullprozentshop. Das Ergebnis war zwar besser, aber weiterhin nicht so gut, wie bei der zweiten Variante.

Die fünfte Variante: Nun war mir bewusst, dass weniger mehr ist. Je simpler und klarer, desto erfolgreicher. Eines wollte ich noch testen – statt der statischen Überschrift des Popup „Aktuelle Angebote“ wollte ich etwas dynamischeres haben. Die Idee war folgende und wurde genauso umgesetzt:

PHP gibt basierend auf Suchbegriff bzw. aktueller Produkt- oder Kategorieseite einen Text aus, der als Javascript-Variable im Quellcode erscheint und von jQuery an entsprechende Stelle gesetzt wird. Ist jemand also auf der Produktseite vom LG G3, so steht im Popup nicht mehr „Aktuelle Angebote“ sondern „LG-Smartphones“. Auf der Suchseite wird der Suchbegriff verwendet, der eingegeben wurde.

Das Bild im folgenden zeigt die aktuelle Version des Popups:

popup
Aktuelles Exit Intent Popup

Auf 300 Aufrufe kommen jetzt etwa 15-20 Klicks auf die Shops.

Meinung

Mit Sicherheit kann man das noch steigern, in dem man das ganze noch simpler gestaltet. Eventuell jetzt ein JA/NEIN davor schaltet oder andere Dinge versucht. Momentan fehlt mir jedoch die Zeit dazu.
Das Ziel einer Seite wie tech-preis.de ist es, den Nutzer dazu zu bringen – weil er einen günstigen Preis will – auf einen der Shops zu klicken. Im besten Fall kauft derjenige dann auch noch etwas.

Das Ziel habe ich erreicht – ich sehe in meinen Logs, dass Nutzer, die nicht direkt auf die Shops innerhalb der Preisvergleichstabelle geklickt haben, ganz gerne einen der beiden Shops vom Exit Intent Popup aufsuchen. Insofern werde ich das Exit Intent Popup in aktueller Version so lassen, wie es ist und das ganze weiter beobachten.

Was man noch sagen muss – durch die Interaktion eines großen Teils der Nutzer in irgendeiner Form mit dem Exit Intent-Popup steigt die Besuchsdauer auf der Seite, das merkt auch Google. Im besten Fall, bei mir ist das nicht so, steigt auch die durchschnittliche Anzahl an besuchten Seiten – sofern man andere Seiten im Exit Intent Popup bewirbt.

Aktuell klicken nach wie vor 75% auf den Schließen-Button. Jeweils 12,5% klicken auf einen der Shops. Im folgenden dazu der Screenshot von Google Analytics.
ga.exitintent

ABER …

Man muss höllisch aufpassen. Man sollte das Popup nicht zu aggressiv einstellen. Wenn jemand nach 2 Sekunden die Seite verlässt, sollte ihm das Popup vielleicht nicht angezeigt werden. Hier muss jeder Seitenbetreiber für sich entscheiden, wie er das Plugin einstellt. Ich lasse es frühestens nach 4 Sekunden anzeigen, danach wird er min. 45 Tage nicht angezeigt.
Außerdem ist klar, dass solche Exit Intent-Popups ordentlich getestet werden müssen. Meine Tests sind sicher nicht aussagekräftig bzw. verallgemeinerbar. Dazu wird die Datenbasis doch zu gering sein. Aber sie zeigt, dass man mit kleinen Änderungen zumindest bessere Ergebnisse erzielen kann.

Ich werde in den nächsten Tagen sicherlich das ein oder andere da verändern – aktuell werden beispielsweise die Social Buttons in klein angezeigt. Nutzen tut sie aber kaum jemand. Auch an der Optik kann man sicherlich das ein oder andere verbessern.

… und außerdem gibt es mobile Nutzer…

Mobile Nutzer, also Nutzer mit Smartphone und Tablet, sind als Zielgruppe für mich wichtig. Ouibounce bietet hier keine gute Lösung an. Ich deaktivieren das Popup, wenn die Bildschirmgröße zu klein ist. Mit ein wenig Javascript-Programmierung wäre das sicherlich lösbar, in dem das Popup als Miniversion am unteren Rand der Website anezeigt wird.

Exit Intent-Popups: Das sagen die Seitenbesucher

Als Student hab ich Zugang zur Zielgruppe – viele junge Menschen. Wenn Zeit ist, zeige ich denen gerne meine Seite, lasse sie etwas rumspielen und frage danach nach einer Meinung. Das ist gold Wert. Gleiches gilt für Freunde und Bekannte. Einfach mal Seite zeigen und Meinung dazu abgeben lassen. Wenn man gute Freunde hat, bekommt man ehrliche Kritik und kann die Seite optimieren.

Die Frage nach dem Exit Intent Popup, der jedem der Studenten angezeigt wurde, habe ich natürlich gestellt. Wir haben uns über Popups unterhalten und wie nervig die Dinger sind – da stimmen alle überein. Liest man einen Text und plötzlich wird das durch ein Popup verhindert, dann nervt das! Das Exit Intent Popup fanden alle „cool“. Es hat einfach nicht gestört – man war ohnehin am Verlassen der Seite. Ähnliche Ergebnisse gibt es aus dem englischsprachigen Raum, dort hat man festgestellt, dass Exit Intent-Popups nicht dazu führen, dass die Stammleserschaft verschwindet oder neue Nutzer nie wiederkommen. Leider finde ich den Link momentan nicht, wenn er mir unterkommt, dann werde ich ihn verlinken.

Zum oben erwähnten Thema – responsive Design bzw. mobile Nutzer. Hier muss man aufpassen. Jeder der Befragten hätte es gehasst, wenn so ein Popup auf seinem Smartphone auftaucht und er es nicht schnell (genug) schließen kann. Persönlich habe ich die Erfahrung auch auf englischsprachigen Blogs gemacht. Ist das Design nicht responsive und popt so etwas auf, nervt es einfach. Oft sind die Dinger mit dem Smartphone auch einfach schwer zu schließen!

Zu dem Thema Exit Intent Popup gibt es einige interessante Beiträge in der Blogosphäre – ein Auszug:
handelskraft.de: Exit-Intent-Pop-Up als neuer Conversion-Booster?
angron.de: Wie du Besucher in Interessenten verwandelst
codecondo.com: 7 Ways Exit-Intent Technology Can Improve Your Conversion Rates

Und ihr? Was ist eure Meinung zu Exit Intent-Popups? Nerven sie euch? Nutzt ihr sie selbst und habt die gleichen oder komplett andere Erfahrungen damit gemacht?

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3 Antworten zu Exit Intent-Popups: Eigene Erfahrung, Integration und Besuchermeinung

  1. Hallo,
    ich habe das so zum Test in die Webseite eingebaut, bekomme aber folgenden Fehler angezeigt:
    SyntaxError: unterminated string literal ouibounce.js:5:21

    Es muss irgendwas mit dem eingebauten html zu tun haben.
    Kannst Du mir einen Tip geben?

    ouibounce($(‚#exOvLay‘)[0],
    {
    cookieExpire: 45,sitewide: true, timer: 5000,
    callback: function() {
    $(‚#exOvLay‘).html(„Inhalt
    Inhalt
    Inhalt
    Inhalt“);

    $(‚#exOvLay‘).position({
    of: $(window)
    });

    $(‚#exOvLay‘).show();
    ga(’send‘, ‚event‘, ‚Exit Intent‘, ‚Aufruf‘);

    }
    });

    • Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass:
      1. (‚#exOvLay‘) sowas muss innerhalb hochgestellter doppelter oder einacher Anführungszeichen stehen!
      2. Inhalt muss mit + verbunden werden

      Im besten Fall hinterlässt du einfach deinen Code auf pastebin.com. Dann sieht man deutlich besser, was du dort stehen hast. Am Besten mit Inhalt, da verstecken sich oft auch Fehler!

      Grüße

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